Die Salzwiesen zwischen Hafen und Tiefwasseranleger bei Sonnenaufgang

Die Salzwiesen zwischen Hafen und Tiefwasseranleger bei Sonnenaufgang

Wenigstens zweimal im Urlaub fährt man an ihnen vorbei: an den Salzwiesen entlang der Straße, die zum Tiefwasseranleger führt. Aber mehr als ein flüchtiger Blick zur Seeseite ist auf der Fahrt von oder zur Fähre meistens nicht drin. Dabei ist dieser Übergang zwischen Land und Meer durchaus ein Foto wert.

Ein Fotomotiv, das man sich erarbeiten muss

Die Weite und Leere dieser Uferlandschaft scheint zunächst kein Motiv zu bieten. Und tatsächlich bedarf es für eine interessante Aufnahme einer besonderen Lichtstimmung. Um die Ruhe des Vorlandes abzubilden bietet sich auch eine Langzeitbelichtung an. Die vorbeiziehenden Wolken bilden das Spiegelbild zu der Linienführung in den Salzwiesen.

Die Salzwiesen zur blauen Stunde und im Sonnenaufgang

Um ein besonderes Licht anzutreffen, machen wir uns schon weit vor Sonnenaufgang auf den Weg. Die ersten Aufnahmen machen wir im kühl-blauen Morgenlicht. Mit dem Stativ und Belichtungszeiten von mehr als 30 Sekunden entstehen mystisch anmutende Bilder.

Als die Sonne hinter dem Horizont aufsteigt erleben wir einen dieser typischen Pellwormer Himmel: farbenfroh, malerisch und einmalig. In den parallel verlaufenen Entwässerungsgräben – auch Grüppen genannt – steht Wasser, in denen sich der gelb-orange und pinkfarbene Himmel spiegelt.

Wieder einmal haben wir schöne Aufnahmen im Kasten. Wir konnten wie immer dabei die Ruhe der Insel spüren und genießen.

Das Titelmotiv dieses Beitrages hat es übrigens in unseren pellworm.shop geschafft. Wir sind der Meinung, dass es wegen seiner Ruhe und Zentriertheit ein typisches Pellworm-Motiv ist.

Im Wattenmeer um Pellworm sein blaues Wunder erleben und fotografieren

Im Wattenmeer um Pellworm sein blaues Wunder erleben und fotografieren

Blauer Himmel, blaues Wasser, blaue Stunde. Okay, es ist nicht schwer auf Pellworm „Blau“ zu fotografieren. Aber neben einem wolkenlosen, blauen Himmel oder dem Meeresblau im Sommer, wartet auch in der Nebensaison die Landschaft mit malerischen blauen Farbenspielen auf.

Wolken, Watt, blaues Licht und die Zeit im Fluss

Wir stehen an einem 30. Dezember an der Badebuhne am Leuchtturm. Die Sonne will schon bald untergehen und eine weiche Lichtstimmung liegt über der Wattlandschaft. Es weht nur ein sehr leichter Wind. Es ist diese pellwormtypische Ruhe, die jetzt zu spüren ist.

Es muss nicht immer der klassische Sonnenuntergang sein

Wir haben unsere Stative und Graufilter dabei. So können – trotz recht hellem Tageslicht – Aufnahmen mit einer langen Belichtungszeit entstehen. Kleinere Wellen verschwimmen und das Wasser erscheint als ruhige, glatte Fläche. Die auf den ersten Blick scheinbar still stehenden Wolken offenbaren ihren Zug über den Himmel und erscheinen in einer Art Wischtechnik. So ein Traum in blau ist doch mal eine schöne Alternative zu den malerischen Sonnenuntergängen auf Pellworm.

 

Auch bei Schietwetter ist Pellworm immer ein Foto wert

Auch bei Schietwetter ist Pellworm immer ein Foto wert

Es kostet sicherlich etwas Überwindung bei echtem Schietwetter vom Sofa hochzukommen und die Kamera in die Hand zu nehmen. Aber es lohnt sich. Pellworm zeigt sich bei jedem Wetter von seiner schönsten Seite.

Niemals die Kamera zu Hause liegen lassen

Die Regenfront zieht über die Insel. Davor und dahinter reißt die Wolkendecke auf und die Sonne bricht durch. Eine Mischung aus Regen, dunklen Wolken und Sonne zaubert eine wunderbare Lichtstimmung in die Landschaft. Zwischen den Regenschauern kann man gefahrlos die Kamera herausholen und Fotos machen, die vielleicht mehr Charakter haben, als jedes Schönwetterfoto.

Regen, Kälte und Wind sind der Garant für kernige Fotos

Es müssen also nicht immer weichgespülte Sommer-Sonne-wolkenlos-Fotos sein. Denn der Landschaft auf Pellworm stehen durchaus dunkle Wolken, blattlose Bäume und die Farbe Grau in allen Schattierungen. Von der rauhen Nordsee umgeben, passen starke Kontraste und dunkle Farben sehr gut zum Charakter der Insel.

Aber natürlich freuen wir uns auch über schönes Wetter, wenn es mit dem Rad über die Insel geht und sich die Natur vor der Kamera farbenfroh und lebendig präsentiert.

 

Auf dem Weg nach Pellworm (2) – Friedrichstadt im Spätsommer

Auf dem Weg nach Pellworm (2) – Friedrichstadt im Spätsommer

Wer entspannt auf Pellworm ankommen will, der bricht am besten zeitig auf und plant bedeutend mehr Fahrtzeit ein, als der Routenplaner ausgerechnet hat. Im Idealfall ist dann auf der Schlussetappe noch reichlich Zeit bis zur Fährabfahrt.

Zum Glück gibt es hinter Hamburg noch viele Möglichkeiten, den Zeitvorsprung sinnvoll zu nutzen. Das malerische Friedrichstadt ist einer dieser Sehenswürdigkeiten, die auf dem Weg nach Pellworm liegen.

Auf dem Weg nach Pellworm rechts abbiegen nach Holland

Es sind noch etwa 30 Autominuten bis zum Fähranleger Strucklahnungshörn, da geht es von der Bundesstraße 5 rechts ab auf die Kreisstraße 202 in Richtung Friedrichstadt. Nach weniger als 10 Minuten erreicht man die kleine Holländerstadt zwischen Eider und Treene. Direkt angrenzend an die Altstadt sind Parkplätze ausgeschildert. Von hier aus ist es nur ein kleiner Fußweg zur Stadtmitte.

Fast zu schade für nur einen Zwischenstopp

Bei einem Bummel durch die Altstadt und entlang der Grachten, fühlt man sich nach Holland versetzt. Kein Wunder, ist doch die Stadt in den Jahren nach 1621 vorwiegend von Niederländern aufgebaut worden. Das hübsche Treppengiebel-Ensemble am Marktplatz mit dem historischen Brunnenhäuschen prägt die Ortsmitte. Diverse Cafés und Restaurants laden zum Verweilen ein.

Aber eigentlich verlangt dieser hübsche Ort mit seinen niedlichen Gassen, den Grachten und alten Gebäuden zu einem längeren Aufenthalt.

Zwei Übernachtungen in Friedrichstadt dann weiter nach Pellworm

Wir haben uns einen ganzen Tag zwischen zwei Übernachtungen Zeit genommen, um Friedrichstadt zu erkunden. Es hätten aber gerne noch ein paar Tage mehr sein können, denn das „Klein Amsterdam“ an der Schleswig-Holsteinischen Nordseeküste hat viel zu bieten. Nicht nur unzählbare Fotomotive gibt es hier zu entdecken. Ob Grachtenfahrt, Stadtführung, ein Bummel durch Ateliers und Galerien oder ein Besuch im Museum „Die alte Münze“, in Friedrichstadt gibt es viel zu sehen und zu entdecken.

Fazit: Vielleicht einfach mal zwei oder drei Übernachtungen auf dem Weg nach Pellworm für Friedrichstadt einplanen. Wir haben in einer kleinen Ferienwohnung direkt am Marktplatz gewohnt und konnten von dort direkt unsere Fotorundgänge starten. Dabei hatten wir einen schönen Spätsommertag erwischt. Mehr Infos gibt es natürlich auf der Website von Friedrichstadt.

 


Mehr aus der Serie „Auf dem Weg nach Pellworm“:

Teil 1: Zwischenstopp im winterlichen Husum

Ein Wintertraum auf Pellworm mit Kälte, Schnee und viel Ruhe

Ein Wintertraum auf Pellworm mit Kälte, Schnee und viel Ruhe

Seit 2007 sind wir regelmäßig auf Pellworm. In Frühling, Sommer, Herbst und ein paar Tage immer auch im Winter. Nur eines hatten wir in 10 Jahren nie auf der Insel erlebt: Schnee und Eis unter blauem Himmel. Mit anderen Worten: Wir wollten endlich mal ein Pellwormer Wintermärchen erleben.

Warten auf den „echten“ Wintertraum

Um nichts dem Zufall zu überlassen, legen wir uns auf die Lauer. Täglich prüfen wir die Wetterprognosen und warten auf eine stabile Winter-Wetterlage über Pellworm. Immer wieder ein Blick auf die Webcams am Hafen und am Tiefwasseranleger. Die Kameraausrüstung liegt gepackt zur Abreise bereit.

Spät aber schön – der Winter 2018

Anfang März 2018 ist es dann soweit. Eine stabile Kaltfront mit Schnee, Eis und klarem Himmel kündigte sich an. Kurzfristig machten wir uns auf den Weg nach Pellworm und erlebten eine gezuckerte Insel unter blauem Himmel. Auch wenn Wind und Sonne dem Schneekleid langsam zu Leibe rückten, konnten wir einen schönen Pellworm-Winter in Bildern festhalten.

Fotografieren fast unmöglich

Dabei waren die Bedingungen denkbar schlecht. Was auf den Fotos so malerisch aussieht, war extrem kalt. Trotz zwei Handschuhen übereinander, hat man nach 20 Sekunden die Finger nicht mehr gespührt. Die Kamera war so kaum noch zu bedienen. Der Eiswind brannte im Gesicht und nach jedem Ausflug waren wir glücklich, wenn wir es uns in unserer warmen Wohnung wieder gemütlich machen konnten.

Fazit: Pellworm auch im Winter ist eine Reise wert. Das Wattenmeer und die Insellandschaft im Winterschlaf sind einfach ein besonderes Erlebnis. Die Ruhe auf der Insel ist nun unübertroffen. Wir werden auf jeden Fall irgendwann wieder einen kleinen Winterurlaub auf Pellworm machen.

 

Auf dem Weg nach Pellworm (1) – Zwischenstopp im winterlichen Husum

Auf dem Weg nach Pellworm (1) – Zwischenstopp im winterlichen Husum

Der Weg ist das Ziel? Wer das Ziel Pellworm aus Richtung Süden ansteuert, hat einige noralgische Verkehrsknotenpunkte zu durchqueren. A1, Elbtunnel, Großbaustellen, Unfälle und dichter Verkehr können unmittelbar vor dem entspannten Inselurlaub nochmal den Stresslevel nach oben treiben.

Die Ersten werden die Letzten sein, die Stress haben

Wer sich sehr rechtzeitig auf den Weg macht, kommt vielleicht staufrei durch den Elbtunnel und entspannter durch die Baustellen. Im Idealfall ist man nun viel zu früh auf der Zielgeraden und hat noch viel Zeit, bis die Pellworm-Fähre ablegt. Zum Glück gibt es hinter Hamburg einige schöne Ziele links und rechts der Reiseroute, die man ansteuern kann, um die gewonne Zeit sinnvoll zu verbringen.

Auch im Winter ist ein Zwischenstopp eine gute Idee

Statt im Stau zu stehen, entspannt Sightseeing machen – das Konzept muss nicht auf die warme Jahreszeit beschränkt sein. Auch in Herbst und Winter haben die Orte und Landschaften der Schleswig-Holsteinischen Nordseeküste ihren Reiz. Schnee, Eis und durchaus auch Regen sind das Topping auf den schönsten Sehenswürdigkeiten.

Der Husumer Binnenhafen im Schnee

Zum Beispiel ein geeistes und weiß gezuckertes Husum. Wir hatten uns im Winter 2018 auf den Weg nach Pellworm gemacht, um endlich einmal die Nordseeinsel im Winterkleid zu erleben. Aufgrund der widrigen Straßenverhältnisse sind wir sehr zeitig aufgebrochen und hatten Zeit für eine Pause in Theodor Storms „grauen Stadt am Meer“. Und sie empfing uns zunächst auch in grauweiß mit dicken Schneeflocken. Doch dann brachen die Wolken etwas auf und die Skyline präsentierte sich in Farbe unter einem hübschen weißen Kleid. So ist eine schöne kleine Bilderserie vom Husumer Binnenhafen im Winter entstanden.

Ganz cool über den Meeresboden spazieren: Winterliches Wattwandern auf Pellworm

Ganz cool über den Meeresboden spazieren: Winterliches Wattwandern auf Pellworm

Wattwandern nur im Sommer? Richtig „cool“ ist ein Spaziergang durch das Wattenmeer erst im Winter. Zugegeben, wir waren selber überrascht, wieviel Wattwanderer wir an jenem Wintertag angetroffen haben. Die Teilnehmer waren trotz des kalten Wetters sichtlich begeistert.

Buntes Treiben an der Badebuhne

Wir hatten an der Badebuhne am Leuchtturm einen Zwischenstop eingelegt, als die Wattwandergruppe langsam ans Ufer zurückkehrte. Es war eine von der Schutzstation Wattenmeer Pellworm geführte Wanderung. Die Stimmung war gut und die Gespräche drehten sich um die gerade neu erworbenen Kenntnisse. Einige Spaziergänger und Radfahrer waren auf dem Uferweg unterwegs.

Eine wunderbare Lichtstimmung legte sich zudem über die Szenerie. Die Sonne schimmerte durch die dünne Wolkendecke, die wellenförmige Muster bildete.

Himmel, Watt und Menschen als Fotomotiv

So boten sich uns mehr tolle Fotomotive, als wir es erwartet hätten. Der Himmel und die Strukturen im Watt wurden mit der Anwesenheit der Menschen bereichert. Mit Hilfe von Stativ und Graufilter entstanden ein paar interessante Langzeitbelichtungen.

Spektakuläres Lichtspiel des Pellwormer Leuchtturms an Silvester

Spektakuläres Lichtspiel des Pellwormer Leuchtturms an Silvester

Bereits 2015 hatten wir am Silvesterabend dem Pellwormer Leuchtturm einen Besuch abgestattet und spektakuläre Aufnahmen gemacht.

Wir fanden, dass es jetzt Zeit für eine Neuauflage dieses „Leuchtturmprojektes“ ist.

Fototermin an Silvester

Also haben wir unsere Kameraausrüstung samt Stativen und XXL-Taschenlampe eingepackt und uns auf den Weg an den Kaydeich gemacht. Ausgerichtet zum Leuchtfeuer beziehen wir am Straßenrand Position. Hier, ziehmlich genau in der Leuchtrichtung, erscheint der dreifarbige Lichtstrahl am spektakulärsten. Jetzt beginnt das Warten auf den Einbruch der Dunkelheit. Zu dieser Jahreszeit ist es bereits am späten Nachmittag soweit und das Leuchtfeuer sendet sein Licht gut sichtbar über unsere Köpfe Richtung Meer.

Licht aus, Spot an!

Leider hat sich inzwischen eine geschlossene Wolkendecke gebildet und die Landschaft wird weder von der Dämmerung noch vom Mond oder dem Sternenhimmel in irgendeiner Weise erhellt. Um uns herum ist es beinahe Tiefschwarz. Um dem Gelände vor dem Leuchtturm für die Aufnahme etwas Kontur zu geben, kommt unsere große Taschenlampe zum Einsatz. Eigentlich ist schon eher ein Handscheinwerfer. Ein kurzer Schwenk über die Wiese während der 10-sekündigen Belichtungszeit reicht, um die Landschaft zu erhellen.

Aufnahme im Kasten, kalte Finger, Feierabend

Ein paar Versuche sind notwendig, bis eine Hand voll gelungener Aufnahmen im Kasten sind. Die Hände und Füße sind vom Rumstehen nun unangenehm ausgekühlt. Es ist Zeit Feierabend zu machen. Während sich die ersten Pellwormer und Insel-Urlauber auf den Weg zur Silvesterparty machen, fahren wir in unser Quartier und sichten die Fotos des Tages. Ein gelungener Jahresabschluss! Und wir sind uns sicher, dass das neue Jahr ebenfalls viele schöne Pellworm-Motive liefern wird!

Eine winterliche Überfahrt mit der Pellworm I

Eine winterliche Überfahrt mit der Pellworm I

Es will an diesem zweiten Weihnachtstag gar nicht erst so richtig hell werden. Und als um 14.40 Uhr die Pellworm I von Nordstrand ablegt, dämmert es eigentlich schon wieder. Es ist nass-kalt und trübe. Der schwache Wind und der geringe Seegang lassen eine weihnachtliche Ruhe an Bord entstehen. Dabei ist die Fähre ausgebucht und die Fahrzeuge stehen so dicht wie selten auf dem grünen Parkdeck.

Wir haben trotz des schlechten Wetters die Kameras und ein Stativ aus dem Auto mit an Deck genommen. Wir möchten versuchen, die Atmosphäre einer solchen winterlichen Überfahrt im Bild einzufangen.

Ein Fotostativ, dass eigentlich nix nützt

Aber eine Aufnahme vom Stativ auf einem Schiff? Ja, das ist eigentlich doppelt abwegig. Die Vibration der Maschine und die Bewegung des Schiffes machen den Einsatz im Prinzip zwecklos. Es sei denn, man nimmt ersteres in Kauf und möchte zweitens die Schiffsbewegung mit einer Langzeitbelichtung einfangen.

Unzählige Aufnahmen entstehen. Die meisten davon landen im virtuellen Papierkorb. Die Vibration des Schiffes ist so unerwartet stark, dass nicht nur Unschärfen, sondern sogar Doppelbilder entstehen. Eine handvoll der Bilder sind aus gestalterischer Sicht jedoch wirklich gelungen. Auch wenn man bei pixelgenauer Ansicht Abstriche machen muss.

Gelungene Aufnahmen

Das Ziel war aber nicht eine technische Versuchsanordnung. Wir wollten die Stimmung auf einer Überfahrt zu dieser Jahreszeit einfangen. Es blieb schließlich nur Zeit für zwei Motive. Die Bilder vom Heck mit den zwei Fahrgästen, die auf das Fahrwasser schauen, haben eine intensive Ausstrahlung und sind gelungen.

Die Überfahrt mit der Pellworm I ist zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter das passende Vorprogramm zum Inselaufenthalt. Auch im Winter, wie diese Aufnahmen zeigen.

 

Kühle Herbstlandschaft an der Nordermühle auf Pellworm

Kühle Herbstlandschaft an der Nordermühle auf Pellworm

Sich mal so richtig durchpusten lassen um sich dann wieder ins muckelig-warme zurückzuziehen. Das ist wahrscheinlich das Schönste im Herbst und Winter auf Pellworm.

Aber die rauhe kalte Landschaft bietet auch jede Menge Fotomotive. Es lohnt sich, die Kamera einzupacken, wenn es raus vor den Deich geht. Die vorgelagerten Salzwiesen und das Wattenmeer haben zu dieser Jahreszeit ihren ganz besonderen Reiz. Was woanders als herbstlich-winterliche Tristess einen faden Beigeschmack verursacht, gibt der Nordseeküste erst die richtige Würze. Hier gibt es keinen kalten Wind, sondern eine steife Brise und die fegt über eine karge, rauhe Landschaft mit Charakter.

Nur nicht ungeduldig werden

Nun gilt es also das kantige Küstenklima fotografisch einzufangen. Wir haben das zum Beispiel auf dem Deichvorland an der Nordermühle getan. Wo auf den ersten Blick scheinbar nichts ist, ist auf den zweiten Blick alles da: Weite, Himmel, Horizont, Leere und Ruhe. Jetzt braucht es Mut für einen reduzierten Bildaufbau. Nur nicht ungeduldig werden. Wir schlendern einfach an der Badestelle entlang und lassen die Kälte, den Wind und die würzige Luft auf uns wirken. Hier und da ein Blick durch den Sucher. Raum wirken lassen. Ruhe einfangen. Und dann: Klick! Plötzlich sind die Motive da!

Und dann wieder ins Warme

Am Ende wird es sogar fast noch hektisch: die Wolken lockern auf, die Sonne schickt Lichtflecken über die mattgrünen Flächen. Im nächsten Moment bilden die Wolken gerade eine schöne Formation über der Deichlinie. Mit unverhofft vielen schönen Bildern auf der Speicherkarte geht es zurück. Angenehm durchgepustet und erfrischt freuen wir uns im Auto auf eine heiße Tasse Kaffee in der Ferienwohnung. Fotografieren auf Pellworm kann so gemütlich sein. Auch im Herbst und im Winter.

Blaue Stille vor Sonnenaufgang an der Badestelle Alte Kirche auf Pellworm

Blaue Stille vor Sonnenaufgang an der Badestelle Alte Kirche auf Pellworm

Einfach mal nichts fotografieren. Damit ist auf Pellworm nicht unbedingt gemeint, die Kamera beiseite zu legen. Für den ungeübten Betrachter, der Pellworm noch nicht bewusst erlebt hat, ist hier nichts zu sehen. Also, wirklich rein gar nichts. Wer jedoch schon einmal vor Sonnenaufgang zur morgentlichen blauen Stunde bei nahezu Windstille an der Badestelle Alte Kirche diese Ruhe und Einsamkeit erlebt hat, der sieht auf dieser Aufnahme sehr viel – nämlich nichts: keinen Lärm, kein Stress, keine Termine, kein Zeitdruck, keine Alltagssorgen… die Liste könnte immer so weitergeführt werden.

Den Blick hinaus auf den breiten Horizont gerichtet, ein paar Möwen kreischen irgendwo aus der Ferne, das Wasser gluckst leise am Ufer – das ist Konzentration und Ruhe pur, so wie sie es nur auf Pellworm geben kann. Das Foto lässt es nicht vermuten, aber wenige Augenblicke später haben wir es mit unseren Kameras und Stativen im letzten Moment zum Auto geschafft. Dann ist die Welt untergegangen. Heftige Böen und ein kräftiger Schauer sind hereingebrochen. Wir haben die Regenfront über das Wasser kommen sehen und heranrauschen gehört. Auch das ist Pellworm: von jetzt auf gleich ein kompletter Wetterumschwung in Sekunden.

Zur blauen Stunde nach Sonnenuntergang hat Pellworm auch viele schöne Motive zu bieten.

40 Sekunden auflaufendes Wasser am Pellwormer Unterfeuer

40 Sekunden auflaufendes Wasser am Pellwormer Unterfeuer

Wie lichtet man die Ruhe auf Pellworm am besten ab? Diese Frage stellt sich uns immer wieder. Eine geeignete Technik ist die Langzeitbelichtung. Durch die sehr langen Belichtungszeiten verwischen Bewegungen, sich bewegende Objekte werden unsichtbar und sich verändernde Strukturen werden zu glatten Oberflächen. Wasser und Wellen erstarren also zu „Eisflächen“. Die Brandung an Uferkannten und Steinen erscheint nebelartig und mystisch.

Mehr Ruhe geht fast nicht

So wie bei unserem letzten Beitrag mit einer Langzeitbelichtung am Tiefwasseranleger, haben wir diesmal das Unterfeuer als Motiv gewählt. Und zwar bei Tageslicht. Mit den entsprechenden Filtern und Einstellungen haben wir das auflaufende Wasser abgewartet. Herausgekommen ist eine wunderschöne 40-Sekunden-Aufnahme mit tollen Verläufen im Wasser, Nebelschwaden zwischen den Steinen und einem mystisch verwaschenen Himmel. Nur das Unterfeuer steht scharf und klar in der eingefrorenen Landschaft. Mehr Ruhe geht fast nicht.

Schnelle Flut – kräftige Böen

Bei dieser Art der Fotografie merkt man, wie schnell in Wirklichkeit das Wasser aufläuft. Von einer Minute auf die nächste verändert sich das Motiv bereits deutlich. Da kann durchaus Hektik aufkommen, wenn der geplante Bildaufbau unaufhaltsam in den Fluten versinkt und man mit verschiedenen Einstellungen experimentiert. Die kräftigen Windböen, die an diesem Tag an Kamera und Stativ gezerrt haben, machten es außerdem nicht leicht, eine unverwackelte Aufnahme in den Kasten zu bekommen.

Das Motiv funktioniert auch wunderbar im Hochformat:

Die Pellwormer Fähre bei Vollmond am Tiefwasseranleger

Die Pellwormer Fähre bei Vollmond am Tiefwasseranleger

Das war doppelt ärgerlich. Erst haben wir den Sonnenuntergang am Leuchtturm verpasst und dann durch Zufall gemerkt, dass wir auf der anderen Seite des Himmels gerade einen spektakulären Mondaufgang verpassten!

Aber, was soll’s. Der Vollmond stieg rasch über dem Tiefwasseranleger auf. Also haben wir uns auf den Weg gemacht, um zu schauen, ob es dort ein schönes Motiv im Mondlicht gab.

Und tatsächlich lag die Pellworm I mit noch eingeschalteten Bordlichtern am Anleger unter dem aufsteigenden Mond. Das war die gerechte Entschädigung an diesen Abend! Schnell war das Stativ aufgebaut und es entstand diese schöne Langzeitbelichtung. Einen Moment später wurde das Licht auf der Fähre ausgeschaltet. Feierabend! Zufrieden ging es nach Hause. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Es ist übrigens nicht unsere erste Aufnahme bei Vollmond am Pellwormer Tiefwasseranleger.

Fackelwanderung auf Pellworm – und die Schafe gucken zu

Fackelwanderung auf Pellworm – und die Schafe gucken zu

Romantische Stimmung in der Dämmerung: Fackelwanderung am Pellwormer Leuchtturm

Was kommen denn da für dunkle Gestalten um die Ecke gebogen? In der Dämmerung halten Sie kleine Feuer in den Händen. Die Schafe schauen der Wandergruppe zu, die am Leuchtturm hinter dem Deich vorbeiziehen. Das kennen sie schon und beunruhigt sie in keinster Weise.

Solch eine naturkundliche Fackelwanderung mit dem Nationalpark-Ranger ist nicht nur urig, sondern auch lehrreich. Die Wanderung ist etwa 2 km lang und dauert 1,5 Stunden. Sie ist für Groß und Klein geeignet. Die Wachsfackeln können vor Ort erworben werden.

Wir haben in Gesellschaft der Deichschafe einer solchen Wandertruppe aufgelauert und die Fackelträger vor dem Leuchtturm abgelichtet. Dieses romantische Foto ist dabei entstanden. Es zeigt mal wieder: Pellworm bietet auch nach Sonnenuntergang schöne Motive.